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Laufen lernen – styles 01/2012

Veröffentlicht am Veröffentlicht in Fiala Beitrag, Laufschuhwerk

Warum selbst Leistungssportler sich ab und zu auf die Fuße schauen lassen sollten

Laufen ist die beliebteste Sportart. Laufen kann schließlich jeder. Parks und Wälder sind fest in der Hand der Jogger, Stadtläufe verzeichnen so viele Teilnehmer wie nie zuvor. Laufen ist gesellschaftsfähig, ist Thema auf Partys, ist einfach in. Wer für den nächsten Marathon trainiert, dem zollen wir Bewunderung. Aber der Erfolg hat seine Kehrseite. Denn trotz regelmäßigem Training und bester Kondition – manchmal tut es einfach weh. Was dann?

Bei mir heißt das konkret, es zieht in der Hüfte. Bisher ließ ich andere Läufer locker hinter mir. Mein Trainingsplan ist abwechslungsreich, die Pulswerte bestens. Der nächste Halbmarathon steht vor der Tür. Und jetzt das: Es sticht. Stetig wird es schlimmer. Ein Kollege rät mir: „Lass doch mal deine Schuhe checken“! Im LaufschuhWerk im GesundheitsCenter Fiala in Esslingen muss ich die allerdings gleich als Erstes ausziehen. Bewegungsanalystin Sigrid Fiala macht einen „elektronischen Fußabdruck“, danach darf ich aufs Laufband. Im Barfußvideo ist in Zeitlupe deutlich zu sehen, wie mein Fuß seitlich nach innen einknickt: Knick-Senkfuß, so die Analyse.

Bis zur Hüfte hoch wird nun mein Bewegungsablauf gecheckt. Unterschenkel, Patella, Kniekehle, Pofalte und Beinachse werden mit kleinen Punkten markiert und beim Laufen gefilmt. Sigrid Fiala erklärt mir, was ich auch deutlich auf der Aufnahme sehe: Mein Becken kippt bei jedem Schritt seitlich ab. Diese Hüftinstabilität zieht nun schon das Gelenk in Mitleidenschaft. Daher die Schmerzen. „Sie müssen lernen, den eigenen Körper als Stoßdämpfer einzusetzen, also mit Körperspannung zu laufen“, erklärt die Spezialistin. Glücklicherweise liegt keine anatomische Fehlstellung vor, mein Problem ist rein funktionell. Ich muss ab sofort besonders Bauch und Rumpf kräftigen. Das lässt man sich als „gestandener“ Sportler zwar nicht gerne sagen, jedoch: Die Argumente sind eindeutig.

Dann geht es um die Schuhe. „Grundsätzlich sollte man zwei Paar Laufschuhe haben. Ein bequemes mit guten Dämpfungseigenschaften für die lange Strecke
und ein leichteres für kurze Trainingsphasen, um hier Gewicht zu sparen“, so Fiala. Ich beantworte Fragen zu meinem Gewicht, meinen Laufgewohnheiten, zu Trainingsumfang und -intensität – und bekomme genau drei Paar, speziell auf meine Bedürfnisse zugeschnittene Laufschuhe zur Anprobe. Die Vergleichsaufnahmen im Video geben hier bereits eine Entscheidungshilfe, doch für die endgültige Auswahl rät man mir „Vertrauen Sie Ihrem Bauchgefühl!“. Nach der umfangreichen Beratung im Vorfeld tue ich das ganz beruhigt. Das Ergebnis fühlt sich sehr gut an.

Zusätzlich erhalte ich Tipps zu meinem Laufstil. Wie viele Menschen falle ich zu
weit in den Schritt hinein. Stattdessen soll dieser kurz vor dem Körperschwerpunkt aufsetzen. Auch bei der Armarbeit muss ich deshalb korrigieren. Die gibt die Schrittfrequenz vor: also kleinere Schritte, dafür mehr. Das wird meinen Puls wohl nach oben treiben! Die DVD mit meinen Laufsequenzen nehme ich mit nach Hause. Sie wird mich daran erinnern, dass man mit ergonomischen Bewegungen und stabiler Körperspannung einfach leichter laufen kann – und dabei noch schneller ans Ziel kommt.

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